Drei Jahre "Pegida" Immer wieder montags

Administrator on 31.10.2017

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Drei Jahre "Pegida" Immer wieder montags

Stand: 28.10.2017 13:10 Uhr

 

Demonstrieren sie denn immer noch in Dresden? Jeden Montag? Drei Jahre nach der Entstehung hat "Pegida" weniger Zulauf. Doch einige kommen noch immer, auch ihre Ansichten haben sich kaum verändert. Mit der AfD fühlen sich viele nun politisch vertreten.

Von Danko Handrick, MDR

Vor zwei Jahren, zu ihren Spitzenzeiten, konnte "Pegida" noch bis zu 25.000 Menschen für ihre Montagskundgebung mobilisieren. Inzwischen sind die Veranstaltungen überschaubarer geworden: Etwa 2000 Menschen versammeln sich weiterhin bei Wind und Wetter in der Dresdner Innenstadt.

Joachim Eitner und Dieter Hempel sind immer noch dabei - fast jeden Montag. Sie hatte MDR-Aktuell vor knapp zwei Jahren in die Redaktion eingeladen, um das Gespräch mit denen zu suchen, die "Lügenpresse" riefen. Vor die Kamera wollen die beiden nun aber nicht mehr. Nach ihrem Besuch beim MDR waren sie selbst Thema bei "Pegida": Einige Demonstranten meinten, die beiden wären doch bezahlt - es wäre, wie so vieles, ein Fake.

 

Ähnlich einer Sekte

Der ehemalige Leiter der Landeszentrale für politische Bildung und DDR-Bürgerrechtler Frank Richter sieht bei "Pegida" Ähnlichkeiten zu einer Sekte: "Bestimmte Elemente wie ein ziemlich geschlossenes Weltbild, das von Gegenargumenten nicht erschüttert werden kann, die ritualisierte Form des wöchentlichen Zusammenkommens, das starke Zusammengehörigkeitsgefühl und anderes ähneln dem, was man auch bei Sekten beobachten kann", sagte Richter in einem Interview in den "Dresdner Neuesten Nachrichten". 

Für "Schwachsinn" hält das Joachim Eitner. Er wird auch heute - zum dritten Jahrestag von "Pegida" ausnahmsweise am Samstag - wieder protestieren. Gegen die da oben, gegen die zunehmende Gewalt in Deutschland, gegen aus seiner Sicht "bürgerkriegsähnliche Zustände", die es in Deutschland gäbe.

 

Pegida Jubiläum und Gegendemos
tagesschau 17:00 Uhr, 28.10.2017, Markus Reher, MDR

 

Viele bei "Pegida" sympathisieren mit AfD

Das Ergebnis der AfD bei den Bundestagswahlen wurde bei "Pegida" in Dresden auch als ihr Sieg gefeiert. Viele der Demonstranten haben die AfD gewählt - als "einzig wahre Vertreterin ihrer Interessen", sagen sie.

 

Viele "Pegida"-Anhänger wählten die AfD, weil sie diese Partei als ihre "einzig wahre Interessenvertreterin" ansehen.

Jeden Montag ist zu beobachten, wie sich der harte Kern von "Pegida" auf den Parkplätzen rund um Dresden trifft und in Fahrgemeinschaften auf den Weg in die Innenstadt macht. Eine ritualisierte Form des Protestes, mit ritualisierten Sprechchören wie "Merkel muss Weg", "Volksverräter", "Lügenpresse". Dresden sei die Hauptstadt des Widerstandes, loben AfD-Kandidaten die "Pegida"-Demonstranten.

Lutz Bachmann wird immer noch bejubelt, wenn er über "Verbrecherkartellparteien" spricht. Auch schon ritualisierend redet er von Morden, Überfällen, Vergewaltigungen der - wie er sagt - "Asylbetrüger".

Widerstand in Dresden gering

Der Widerstand gegen "Pegida" ist leise, zu leise wie viele Dresdner finden. Medizinprofessor Gerhard Ehninger organisierte seit 2015 immer wieder Veranstaltungen für ein weltoffenes Dresden. "Die 'Pegida'-Bewegung hat es in den letzten Jahren geschafft, bei vielen Menschen einen Teil des Gehirns auszuschalten, der uns hemmt, Böses über andere zu sagen, ungerecht zu sein und Menschen, die wir überhaupt nicht kennen, zu hassen", so Ehninger.

Viele, die sich "Pegida" in den Weg stellen, sagen: Man könne vielleicht manche treuen "Pegida"-Demonstranten mit sachlichen Argumenten erreichen. Doch am Montag bei "Pegida" zu diskutieren, mache einfach keinen Sinn, da seien sie in ihrer eigenen Welt.

 

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Kommentar

31.10.2017

Der Beurteiler

Der "Widerstand" ist leise, weil es nicht viele Dresdner gibt, die gegen Pegida sind.
Es geht bei Pegida um ernsthafte Probleme, aber Menschen, die in ihrer Welt der Glückseligkeit leben, regiert von Super-Mutti Merkel, sehen das nicht. Sie werden noch erleben, wie die Zusammenarbeit von Pegida und AFD ihre Wirkung auf die etablierten Parteien entfaltet.

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